#hum12 - Folge 30: Thomas Schauf

1. Dezember 2023

#hum12 - Folge 30: Thomas Schauf

Strukturen statt Projekte? Kriterien erfolgreicher Struktur- und Innovationspolitik

Über regionale Identität und strukturpolitische Herausforderungen diskutierte HANDWERK.NRW-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Hans Jörg Hennecke in der 30. Folge von #handwerkumzwölf mit Thomas Schauf, dem Geschäftsführer der Metropolregion Rheinland. „Die Region steht vor einem Epochenwandel“, brachte es Schauf zu Beginn seines Impulsvortrags auf den Punkt. Die Megatrends der Transformation – Energiewende, Digitalisierung, Mobilitätswende – konzentrierten sich im Rheinland, einer der am dichtesten besiedelten Regionen Europas, auf besondere Weise. Dies erfordere zum einen strukturpolitische Antworten im Sinne einer Erhaltungs- und Anpassungspolitik, die Branchen am Standort halte. Zum anderen müssten zukunftsträchtige Branchen mithilfe einer vorausschauenden Gestaltungspolitik identifiziert und gefördert werden. Damit beides – Erhaltung und Neuansiedlung – gelingen kann, müsse vor allem der Ausbau der Infrastrukturen vorangetrieben werden. 

Die Aufgabe der Metropolregion sieht Schauf angesichts dieser Herausforderungen darin, ein Miteinander von Wirtschaft und öffentlicher Hand in Fragen der Struktur- und Innovationspolitik zu bewirken und die Interessen auf regionaler Ebene zu bündeln: „Wir müssen die strukturellen Zusammenhänge stärker in den Vordergrund rücken“, so Schauf. Neben der infrastrukturellen Anbindung müsse es dabei auch um ausreichend Flächen für das Wachstum von neuen Unternehmensfeldern und eine Modernisierung von Verwaltungsprozessen gehen, die dem demografischen Wandel Rechnung trägt. Das Rheinland müsse sich darüber hinaus von einer Wissensregion zu einer Transformationsregion entwickeln, in der die Übersetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die unternehmerische Praxis besser gelinge und in der auch die berufliche Bildung eine Renaissance erlebe.

Nicht zuletzt fehle der Metropolregion, die neben Kammern und Landschaftsverband elf kreisfreie Städte, 13 Landkreise und die Städteregion Aachen umfasst, bislang eine gemeinsame Erzählung. Diese Profilierung sei für das Standortmarketing wichtig, um im internationalen Wettbewerb interessant für Unternehmen und Fachkräfte zu sein. Der Geschäftsführer sieht deshalb einen besonderen Auftrag für die Metropolregion darin, eine regionale Identität zu entwickeln und wagt gleich selbst den ersten Versuch: „Das Rheinland ist für mich eine Optimismusregion“, so Schauf.