Kommunalpolitisches Forum 2025
Migration und Handwerk – Zwischen Chancen und Herausforderungen
Das Kommunalpolitische Forum von HANDWERK.NRW beschäftigte sich zehn Jahre nach Beginn der großen Fluchtbewegungen im Herbst 2015 mit dem Thema Migration. Welche Chancen bietet Zuwanderung für das Handwerk? Wie gelingt die Integration in den Arbeitsmarkt? Und welche Herausforderungen stellen sich für Betriebe und Zugewanderte? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der zweistündigen Diskussion.
Der Geschäftsführer der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, Roland Schüßler, stellte dar, dass die Beschäftigungsquote unter den Flüchtlingen, die seit 2015 ins Land gekommen sind, mit 64% noch etwas unter der Quote der Gesamtbevölkerung (70%) liege. „Wir haben – auch dank des Handwerks – viel erreicht, sind aber noch nicht am Ziel“, erklärte Schüßler. Klar sei aber: Integration gelinge am besten über die Integration in den Arbeitsmarkt.
Michael Rüscher, Beigeordneter für Wirtschaft und Integration der Stadt Duisburg, kritisierte die Komplexität des Systems mit etwa 95 verschiedenen Aufenthaltstiteln. Hier brauche es eine deutliche Vereinfachung. Eine schnelle Klärung von Aufenthaltsfragen sei in Zeiten des Fachkräftemangels auch ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen.
Als einen Lösungsansatz zur Beschleunigung von Verfahren stellte Marco Herwartz, Präsident der Handwerkskammer Aachen, das Welcome Center in Aachen vor. Als Kompetenzzentrum für Fragen der beschäftigungsbezogenen Integration soll das Center als zentraler Ansprechpartner agieren und alle Dienstleistungen und Beratungsangebote unter einem Dach bündeln. „Ich bin überzeugt, dass dies der richtige Ansatz ist“, betonte der Elektrotechnikermeister.
In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um den Spurwechsel von der Asylmigration in die Erwerbsmigration, die Validierung von Berufsabschlüssen und Ansätze zur Beschleunigung des Spracherwerbs.
