#hum12 - Folge 52: Henning Voß
Cyber(un)sicherheit: Spionage. Sabotage. Cyberangriffe – Ihre Daten im Visier
Für kleine und mittlere Unternehmen ist die Bedrohung durch digitale Angriffe längst Realität. In der 52. Ausgabe von #handwerkum12 erklärte Henning Voß, Referent für Wirtschaftsschutz und Geheimschutz in der Wirtschaft beim Innenministerium NRW, wie Cyberkriminelle vorgehen und was Unternehmen tun können, um sich wirksam zu schützen.
Gleich zu Beginn machte Voß deutlich, dass die Frage für Unternehmen heute nicht mehr lautet, ob ein Betrieb Ziel eines Angriffs wird, sondern wann. Im Jahr 2024 seien in Deutschland bereits 81 Prozent aller Unternehmen von Diebstahl von Daten und IT-Geräten sowie digitaler und analoger Industriespionage oder Sabotage betroffen gewesen. Der dadurch verursachte Gesamtschaden belaufe sich auf 267 Mrd. Euro, wovon 53 bis 67 Mrd. Euro allein auf NRW entfielen. „Die Bedrohungslage der Wirtschaft hat sich verschärft“, fasste Voß die Ergebnisse der Bitkom-Studie zusammen.
Deutschland sei als Angriffsziel für Cyberkriminelle besonders attraktiv: Im Fokus stünden dabei nicht die großen DAX-Konzerne, sondern sogenannte „Hidden Champions“ – Weltmarktführer mit kleinen Betriebsgrößen, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau, Automobil und Energie. Deshalb könnten Phishing-Angriffe, Ransomware und andere Schaftsoftware inzwischen auch für das Handwerk existenzbedrohende Folgen haben.
Für KMU sei es daher unverzichtbar, ein ganzheitliches Sicherheitskonzept umzusetzen, das IT-Schutz, organisatorische Maßnahmen, Personal und Gebäudeschutz gleichermaßen umfasst. Prävention sei entscheidend – aber auch im Ernstfall gibt es Unterstützung: So bietet das Kompetenzzentrum für Cybersicherheit in der Wirtschaft kostenfreie Erstberatung und Soforthilfe für Unternehmen aus NRW an.
