Carsten Linnemann bei Politik im Dialog

Beim 27. Round-Table-Gespräch "Politik im Dialog", das auf Einladung des Vorstandsvorsitzenden der Signal Iduna, Ulrich Leitermann, am 12. Juli 2018 in Dortmund stattfand, stand Carsten Linnemann, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU und Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, rund 100 Spitzenvertretern des Handwerks Rede und Antwort.

Linnemann warnte vor einem "Weiter so" in der Großen Koalition. Die Neuauflage dieser Regierungskonstellation berge nur dann eine Chance, wenn man sich endlich einige Leuchttürme setze und lange Linien in der Politik erkennen lasse. Energische Schritte beim flächendeckenden Glasfaserausbau etwa wie auch Maßnahmen zur Stärkung der dualen Ausbildung, z. B. indem man den Meisterbrief in bestimmten Gewerken wieder einführe, gehörten dazu. "30.000 Auszubildende im NRW-Handwerk jedes Jahr neu - das ist ein zentrales Asset Deutschlands. Wir dürfen uns unsere Bruttowertschöpfungskette nicht kaputt machen lassen," mahnte Linnemann. Fulminant auch Linnemanns Forderungen nach Entlastung für den Mittelstand in Deutschland: "Wir müssen endlich an den Mittelstandsbauch beim Steuertarif ran. Das ist so dringlich wie die Abschaffung des Soli!", redete der Unionspolitiker Klartext und begrüßte nur halb ironisch, dass bei der neuen Datenschutzgrundverordnung die Parlamentarier für ihre Bürogemeinschaften die Auswirkungen überbürokratischer Regulierung einmal am eigenen Leib zu spüren bekommen hätten. Linnemann warb im übrigen eindringlich für mehr Marktwirtschaft in der Gesundheitspolitik.

Zuvor hatte Handwerk.NRW-Präsident Andreas Ehlert das Eintreten der MIT insbesondere für qualifizierte Unternehmensgründungen und eine Überarbeitung der Handwerksordnung gewürdigt. Die Abschaffung jedweden Qualifikationsnachweises in vielen, zum Teil großen Ausbildungsberufen wie dem Fliesenlegerhandwerk im Jahre 2003 habe nachhaltige Existenzchancen für Arbeitgeber wie für Fachkräfte in diesen Branchen vernichtet.